
In der Weimar-Diskussion hat sich ein Paradigmenwechsel vollzogen: Nicht mehr vom Scheitern einer Republik durch Verfassungsmangel, sondern vom revolutionaren und grossen demokratischen Experimentierkasten ist nun starker die Rede. Ein vergleichender Blick auf Revolution und Staatstheorie der Wiener Republik wird dabei eher selten geworfen. Es zeigt sich, dass mit Hugo Preuss und Hans Kelsen nicht nur zwei demokratische Vordenker die staatsrechtliche Diskussion um die neuen Verfassungen in Weimar und Wien gepragt haben. Beide Verfassungsvater sind entgegen identitarer Konzepte von Volk oder auch Klasse vielmehr Vordenker einer offenen, pluralistischen Gesellschaft. Sie zahlen daher bis heute zur deutschsprachigen Avantgarde moderner Demokratie- und Verfassungstheorie. Das Recht und Politik-Beiheft Nr. 3 spurt diesen parallelen Zusammenhangen von Revolution, Verfassung und Pluralismus in Weimar und Wien nach. Mit dem Wiener Staatsrechtler Leo Wittmayer wird dabei auch ein weiterer Parteien- und Pluralismustheoretiker wiederentdeckt.
Page Count:
143
Publication Date:
2018-01-01
ISBN-10:
3428156137
ISBN-13:
9783428156139
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