
Das vorgelegte Buch rekonstruiert das komplexe Verhältnis von Bild und Musik in historischer Perspektive: der frühen Neuzeit und in der Moderne des 19. und 20. Jahrhunderts. In der alltäglichen Medienpraxis werden Bilder, vor allem die der Werbung, von spezifischen Tonsignets unterlegt, um sich dem Kaufinteressenten unauslöschlich einzuschreiben. Weiter kommentieren, vertiefen, beschleunigen, verlangsamen in besonderer Weise rhythmisierte Musikausschnitte den Fluß laufender Bilder. Dieses allzu selbstverständliche Verhältnis auch im Sinne einer Einheit der verschiedenen Zeichensysteme des Bildes und der Musik ist indessen, vor allem von den historischen und medialen Voraussetzungen aus betrachtet, alles andere als fraglos hinzunehmen. Das im vorliegenden Band thematisierte intermediale Verhältnis der beiden Zeichensysteme Bild und Musik betont weniger die Übergängigkeit zwischen den beiden Medien im Sinne einer Synästhesie als vielmehr die Differenz, auf Grund derer erst an den Rändern durch einen Überschuss des jeweiligen Sinns von Hören und Sehen mögliche Berührungen zwischen der bildenden Kunst und der Musik entstehen. Dabei ist es speziell die diachrone, dezidiert interdisziplinäre Herangehensweise, die eine umfassende Erschließung des Gegenstands aus kunst- und musikwissenschaftlicher Perspektive ermöglicht.
Page Count:
466
Publication Date:
2018-01-01
ISBN-10:
3770555597
ISBN-13:
9783770555598
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