
In der jüngeren Geschichte von Kunst und Psychiatrie gibt es nur wenige Praxismodelle, die sich dem Gedanken der Inklusion im Künstlerischen vor-bildend genähert haben und damit wegweisend wurden wie das Kunsthaus Kannen in Münster. Anfang der 80er Jahre hatte man bei den Alexianern in Münster, einer Einrichtung für psychisch erkrankte und geistig behinderte Menschen, mit großer Weitsicht begonnen, künstlerisch besonders begabte Bewohner zu fördern. Aus dem anfänglich geschaffenen Freiraum im Haus Kannen wurde das Kunsthaus Kannen, heute ein Museum für Ausstellungen zur Gegenwartskunst, Art Brut und Outsider Art, mit Künstlerateliers und einem Galeriebereich. Das Kunsthaus Kannen Buch stellt 45 Künstler vor, die seit nunmehr zwei Generationen im Kunsthaus arbeiten. Ihre Arbeiten belegen die Spannbreite und den Reichtum kreativer Äußerungen, die in einem geschützten Raum der künstlerischen Begleitung entstehen. International renommierte Kunsthistoriker, Museumsfachleute und Kuratoren für moderne und zeitgenössische Kunst ordnen mit ihrer Expertise die in vier Jahrzenten künstlerischer Tätigkeit gewachsene Sammlung reflektierend ein. Die Kunstwerke machen sichtbar, was es heißt, das Leben frei in den Blick zu nehmen: als "nagelneuen Tag", als "Schneeweißespapier" (Robert Burda).
Page Count:
302
Publication Date:
2016-01-01
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