
In mittelalterlicher Kunst und Frömmigkeit spielen Reliquien eine grosse Rolle. Die als heilig verehrte Materie - Splitter des (angeblichen) Kreuzes Christi und Knochenreste von Heiligen - wurde in kostbaren Gefässen, den Reliquiaren, aufbewahrt. Ab ungefähr 1200 werden sie zunehmend als Schaugefässe gestaltet, so dass das Heiligengebein unter Bergkristallabdeckungen visuell erfahrbar wird. Wie kommt es zu diesem Wandel von der Unsichtbarkeit zur sichtbaren Präsentation des Heiligen? Die Autorin verwirft die traditionelle und weit verbreitete Ansicht, der Wandel habe mit einer im Spätmittelalter grassierenden 'Schaufrömmigkeit' zu tun. Stattdessen verweist sie auf die Begegnung der Kreuzfahrer des 12. und 13. Jahrhunderts mit heiliger Kreuz- und Knochenmaterie. Mit vielen Beispielen schildert Gia Toussaint, wie die Reliquien als Souvenir und Beutegut in den Westen gebracht und dann als Trophäen ausgestellt wurden.
Page Count:
288
Publication Date:
2011-01-01
ISBN-10:
3496014318
ISBN-13:
9783496014317
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