
Der Raum zwischen den Hansestädten Stralsund und Greifswald gehörte bis zur Reformation innerhalb des Bistums Schwerin zum Archidiakonat Tribsees. Während die Insel Rügen Teil des Bistum Roskilde war, wurden die östlich und südlich angrenzenden Räume um Greifswald, Loitz und Demmin seit der Christianisierung im 12. Jahrhundert in das Bistum Cammin eingegliedert. Mit der Durchsetzung des landesherrlichen Kirchenregiments im Zuge der Reformation war dieser Teil des festländischen Rügens um Grimmen, Tribsees und Loitz in die neugeschaffenen Strukturen der pommerschen Kirche integriert worden. Grimmen, das bereits während des Mittelalters Sitz zweier Priesterbruderschaften, des Großen und des Kleinen Kalands war, und das damit gewisse zentralörtliche Funktionen auch in geistlicher Hinsicht für sein ländliches Umfeld wahrgenommen hatte, wurde noch im 16. Jahrhundert Sitz eines Propstes. Der erste Pfarrer an der Grimmer Marienkirche übernahm damit für die gleichnamige Synode, die von Tribsees bis an den Strelasund reichte, Aufsichts- und Leitungsfunktionen. Nach dem Übergang Schwedisch-Pommerns an Preußen im Jahre 1815 wurde innerhalb der Kirchenprovinz Pommern in der altpreußischen Landeskirche für die Grimmer Synode die Bezeichnung Kirchenkreis üblich, der bis zu seiner Auflösung im Jahre 1995 existierte und vom Grimmer Superintendenten geleitet wurde. Auch wenn sich die Grenzen der Grimmer Synode im Laufe der Jahrhunderte immer wieder änderten, so hat diese mittlere Ebene der kirchlichen Administration in Pommern doch eine erstaunlich große Kontinuität bewiesen. Mit der geplanten Publikation soll die bewegte Geschichte der Kirchspiele dieses Raumes, die bemerkenswerte Bau- und Kunstgeschichte der Pfarrkirchen sowie die Alltags- und Sozialgeschichte der Dörfer und Städte auf der Grundlage neuer Forschungen dargestellt werden. Dazu haben mehr als 30 namhafte Autorinnen und A.
Page Count:
846
Publication Date:
2019-01-01
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