
Entwicklungspolitische Konditionalität bedeutet den Versuch der Entwicklungshilfegeber, die politischen und ökonomischen Verhältnisse in den Empfängerländern zu beeinflussen. Die Vergabe von Entwicklungshilfe wird nach Darstellung von Bürokratie und Politik mehr und mehr an die Voraussetzung der Achtung der Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und "marktfreundlichen" Wirtschaftsordnungspolitik im Empfängerland geknüpft. Dabei erweist sich Konditionalität als ambivalente Machtpolitik klassischen Zuschnitts: die jeweiligen Konditionalitätskriterien sind einerseits als Entwicklungsziele, andererseits als Transportmittel von Geberinteressen oder gar Reflexe auf politische Rahmenbedingungen in den Geberländern zu betrachten. Die Studie von Dirk Halm erarbeitet die Geschichte der Konditionalität bei den bi- und multilateralen Gebern anhand von Fallstudien zu Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Norwegen, der Europäischen Union und der Weltbank. Sie bietet somit die erste umfassende Gesamtschau zum Thema, die gleichermaßen die konzeptionelle Ebene wie die Umsetzung berücksichtigt.
Page Count:
202
Publication Date:
1997-01-01
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