
Jede Generation muss ihren Thukydides neu lesen, sagen die Historiker. Beim Nachdenken uber die Grenzen des individuellen und sozialen Wissens ist das nicht anders. Die Menge des Gewussten wachst zwar von Generation zu Generation. Aber gerade deshalb wird das sokratische "Ich weia, dass ich nichts weia" auch immer plausibler. Die Gegenstande des Unsicheren andern sich. Die Unsicherheit uber das Verhalten anderer Menschen verdrangt oder uberlagert die (vielleicht) wachsende Sicherheit uber Elemente der Natur. Die sozialen Wahrnehmung von Unsicherheit ist oft wichtiger als ihr wissenschaftlich bestimmbarer realer Kern. Der wachsende Reichtum wissenschaftlicher Konzeptionen und Methoden bietet neue Sprachen fur die Rede uber Unsicherheit an.All das wird in den Verhaltens-, Sozial- und Rechtswissenschaften disziplinar verhandelt und verarbeitet. Dieser Band versucht, in doppelter Hinsicht weiter zu gehen. Er versammelt disziplinare Perspektiven aus acht Fachern. Sechs Kommentatoren versuchen, je vier fremde Perspektiven aus der Sicht ihres eigenen Fachs zu integrieren.
Page Count:
404
Publication Date:
2002-01-01
ISBN-10:
3789081809
ISBN-13:
9783789081804
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