
Nach seiner Einführung in die Ästhetik ("Von der Mimesis zur Simulation": ID 43/95) legt Jung nun eine Einführung in den - wissenschaftssystematisch - engeren Bereich der Poetik vor, die etwa zur Hälfte der Poetik als Dichtungslehre von Aristoteles bis hin zu Gotsched und Lessing gilt, zur anderen Hälfte den poetologischen Selbstverständigungsversuchen von Autoren ab der Goethezeit, die an Stelle normativer Vorgaben durchweg erst im Nachhinein Legitimationsgrundlagen ihres eigenen Schreibens konstruieren. Das ist sehr knapp, gut verständlich und sehr anregend dargestellt, wobei im 19. und 20. Jahrhundert naturgemäß nur noch einzelne Positionsbestimmungen exemplarisch herausgegriffen werden. Ein schon im Grundstudium, evtl. auch für Leistungskurse der Sekundarstufe II. gut einsetzbares Kompendium zu einem für jede Textanalyse wichtigen Thema. (3) (Ronald Schneider)
Page Count:
246
Publication Date:
1997-01-01
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