
[Text is in German] Die Kritik an der oekonomisierung und Quantifizierung aller Wissenschaftsbereiche im Zuge eines 'neoliberal turn' ist mehr als berechtigt. Die Klage ueber die bildungspolitische und universitaere oekonomie- und Zweckorientierung verbindet sich im Diskurs ueber das Wissenschaftssystem allerdings meist mit der Setzung eines diffus ueberfrachteten Idealbilds. Diese Betrachtungsweise erweckt den Eindruck, es gaebe eine homogene, von oekonomischer Unterjochung bedrohte 'Schicksalsgemeinschaft' aller Wissenschaftler_innen. Der Blick auf die Herrschaftspraktiken und Machtasymmetrien innerhalb des universitaeren Systems bleibt verstellt. Verdeckt bleibt ueberdies die Tatsache, dass die finanzielle Prekarisierung ganz besonders diejenigen betrifft, denen auch die Teilhabe an institutioneller und epistemischer Macht verwehrt ist. Es ist deshalb dringend notwendig, nicht in einer aus der Not der Verteidigung geborenen unreflektierten Idealisierung von Wissenschaft und Universitaet zu verharren. In Ambivalenzraum Universitaet uebernimmt deshalb ein Oppositionspaar Leitcharakter: Freiheit vs. Herrschaft. In Auseinandersetzung mit dieser heuristischen Dichotomie entsteht ein Bild von Universitaet und Wissenschaft, das sich von rein oekonomisch orientierten kritischen Diskursen deutlich unterscheidet. Der machtkritische Fokus des Bandes wird dabei um Perspektiven ergaenzt, die auf die Auslotung bestehender und die Erschliessung neuer, emanzipatorischer Handlungsmoeglichkeiten innerhalb des universitaeren Systems abzielen.
Page Count:
105
Publication Date:
2016-01-01
ISBN-10:
3958080421
ISBN-13:
9783958080423
No comments yet. Be the first to share your thoughts!