
Auf der Grundlage von elf bildungshistorischen und schulpädagogischen Quellenstudien wird ein Struktur- und Handlungsmodell gelingender Schulreformprozesse entwickelt. Die Studien analysieren fallorientiert und quellengestützt die Reformpraxen an historischen Reformschulen des 20. Jahrhunderts. Bezugspunkt ist dabei jeweils die Einzelschule als pädagogische Handlungseinheit. Die Studien sind historisch-empirisch fundiert und geben vertiefte Einblicke in historische Schul(reform)praxis. Fokussiert werden mit dem Terminus Gelingensbedingungen organisationale Strukturen und pädagogische Handlungsmuster innerhalb der historischen Reformprozesse. Die Befunde leiten sich aus der Eigenlogik pädagogisch-praktischer Reformprozesse ab. Es sind Strukturen und Handlungsmuster, die von den pädagogischen Akteur*innen im sozialen Prozess selbst entwickelt wurden. Der Ertrag der bildungshistorischen Quellenstudien bündelt sich in einem Modell wiederkehrender pädagogisch-professioneller Handlungs- und Strukturmuster. Diese historisch-empirisch entwickelte "Fünf-plus-zwei-K-Struktur gelingender Schulreformprozesse" wurde an 100 gegenwärtigen Reformschulen überprüft und konnte im Ergebnis in einem Zeitraum von rund einhundert Jahren als wiederkehrend validiert werden. Entstanden im Prozess professionellen pädagogischen Handelns, gestaltet durch professionelles pädagogisches Handeln und Interaktion und ausdifferenziert für professionelles pädagogisches Handeln folgt das Fünf-plus-zwei-K-Strukturmodell der Eigenlogik pädagogischer Prozesse in der Schule. Es ist anschlussfähig, weil es primär pädagogisch konstituiert ist und sich nah bei den Akteur*innen befindet. Das Modell ist somit ein bildungshistorischer Beitrag zu einer Theorie von Schulreformprozessen und trägt zum pädagogischen Verständnis von Schulentwicklungsprozessen bei.
Page Count:
281
Publication Date:
2023-01-01
ISBN-10:
3781525627
ISBN-13:
9783781525627
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