
Der Machtanspruch der SED umfasste alle gesellschaftlichen Bereiche. Auch die Kunst in der DDR wurde von diesem absoluten Fuhrungsanspruch erfasst. Doch ebenso kompromisslos wie die Parteilinie war der kunstlerische Freiheitsdrang - ein vorprogrammierter Konflikt. Kunst agitiert und provoziert, sie vernebelt und sie ruttelt auf, sie flustert und sie schreit. Kunst ist nicht loyal, sie ist ein wildes und unberechenbares Wesen. Und doch unternahm der Staat den Versuch sie zu planen und zu intrumentalisieren. Hierzu bediente er sich nicht zuletzt des Rechts. Maik Weichert geht nicht nur der Frage nach, wie sich das Recht der DDR auf die Kunstler auswirkte, sondern untersucht vor allem auch, wie Kunst und Kunstler ihrerseits auf das Recht einwirkten. Nunmehr 50 Jahre nach dem verheerenden 'Kahlschlagplenum' der SED wird die rechtsgeschichtliche Entwicklung der Kunstfreiheit in der DDR als opferreiche aber letztendlich erfolgreiche Geschichte erzahlt.
Page Count:
473
Publication Date:
2019-05-06
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