
Die Erlanger Heil- und Pflegeanstalt war in der NS-Zeit Ort von "Euthanasie"-Verbrechen. Von hier aus wurden uber 900 behinderte und psychisch kranke Menschen in Totungsanstalten gebracht, viele Hundert weitere wurden in den spateren Kriegsjahren Opfer der sogenannten "Hungerkost" und der strukturellen Vernachlassigung. Fur die Erlanger Anstalt waren drei Gegebenheiten spezifisch: ihre Funktion als Zwischenanstalt, ihre Lage inmitten der Stadt und die enge strukturelle Verbindung zur Erlanger Universitatspsychiatrie - die Geschehnisse waren sichtbar fur die Stadtgesellschaft und die Beschaftigten und Angehorigen der Universitat Erlangen. Der vorliegende Band prasentiert die ersten Ergebnisse eines mehrjahrigen gemeinsamen Forschungsprojekts des Instituts fur Geschichte und Ethik der Medizin der FAU Erlangen-Nurnberg und des Stadtarchivs Erlangen. Auf der Basis systematischer Erhebung grosstenteils bislang nicht ausgewerteter Archivquellen werden die Ereignisse hinter den Anstaltsmauern in ihrem medizinischen, kommunalen und offentlichen Kontext dargestellt und analysiert. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Opfern, die uber das jeweilige Einzelschicksal hinaus auch gruppenbiographische Merkmale aufweisen.
Page Count:
496
Publication Date:
2024-01-01
ISBN-10:
3412529699
ISBN-13:
9783412529697
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