
Das angezeigte Buch wird ein bisher vorhandenes Forschungsdesiderat ausfüllen, denn die Aufarbeitung der Geschichte der Wissenschaften im 18. Jahrhundert steht erst am Anfang. Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde bislang fast nur unter dem Aspekt des entstehenden Historismus betrachtet. Eine in die Tiefe gehende Wissenschaftsgeschichte erfordert nicht nur biographische Daten von Einzelpersonen, sondern macht auch eine Einordnung der Autoren in das universitätspolitische Beziehungsgeflecht unumgänglich. Dazu soll die hier angezeigte "Bio-Bibliographie" eine wesentliche Basis schaffen. Das Buch macht durch eine spezielle Kategorisierung biographischer und bibliographischer Daten zwei Sachverhalte in der Entwicklung der deutschen Geschichtswissenschaft am Beispiel ihrer Beschäftigung mit der griechischen Geschichte deutlich: Erstens werden durch die chronologische Anordnung der Biographien der deutschen Althistoriker das Schüler-Lehrer-Verhältnis, wissenschaftliche Schulbildungen und universitätspolitische Einflußnahmen für den Leser nachvollziehbar gemacht. Zum anderen werden die seit dem 18. Jahrhundert erschienenen selbständigen Publikationen zur griechischen Geschichte, nach zwei Gesichtspunkten gegliedert, zusammengestellt: zunächst eine thematische Gliederung der Werke, um den Zugriff auf die Publikationen zu einzelnen Abschnitten der griechischen Geschichte zu ermöglichen; sodann eine chronologische Gliederung nach den Erscheinungsdaten der Werke, um aufzuzeigen, welche Themen der griechischen Geschichte vorrangig und welche nicht behandelt wurden bzw. ob man sich zu bestimmten Zeiten überhaupt mit der griechischen Geschichte beschäftigte oder nicht vielmehr sein Interesse stärker der Geschichte des römischen Imperiums zuwandte. In dem Buch des Innsbrucker Althistorikers wird der politische Aspekt von Geschichtsschreibung evident.
Page Count:
226
Publication Date:
1995-05-26
ISBN-10:
3050025409
ISBN-13:
9783050025407
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