
"Am Beispiel Englands rekonstruiert das Buch den Jahrhunderte überspannenden Prozess der Kommerzialisierung, der die moderne Marktgesellschaft hervorbrachte. Es wird gezeigt, unter welchen Umständen seit dem späten Mittelalter bestimmte Typen von Märkten - für Boden, Kapital und Arbeit, aber auch z. B. für Nutzungsrechte - entstanden und wie die über Märkte vermittelten sozialen Beziehungen im Verlauf der Frühen Neuzeit ausgestaltet wurden. In diesem Zusammenhang untersucht das Buch die Entstehung von Regulierungs- und Steuerungsinstanzen des Marktes, so der Börse, der Bank of England und Lloyd's Versicherung. Auch die Kommunikation der Akteure untereinander sowie ihr Umgang mit der Ungewissheit und den Risiken des Marktes werden behandelt. Im Ergebnis der Untersuchung zeigt sich, dass der Prozess der Kommerzialisierung von Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur in England nicht direkt in die Industriegesellschaft führte, wie in der Forschung bislang angenommen wurde, sondern in die Dienstleistungsgesellschaft. Daraus erklärt Christiane Eisenberg die geringe Dynamik der englischen Wirtschaft, die auch über den Untersuchungszeitraum hinaus eines ihrer kennzeichnenden Merkmale geblieben ist. Zugleich arbeitet sie die Einzigartigkeit des englischen Beispiels heraus und warnt vor seiner vorschnellen Verallgemeinerung. Auf dem europäischen Kontinent begann der Prozess der Kommerzialisierung nicht nur später als in England, sondern entwickelte sich auch unter ganz anderen Rahmenbedingungen. Der Untersuchungszeitraum der Studie erstreckt sich von der Normannischen Eroberung Englands bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Studie füllt die von den Klassikern der Historischen Sozialwissenschaft vernachlässigte Kategorie der Marktvergesellschaftung mit Leben und eröffnet neue Perspektiven für eine Re-Interpretation der Entwicklung "des Westens"."--Publisher's website.
Page Count:
166
Publication Date:
2009-01-01
ISBN-10:
3525370083
ISBN-13:
9783525370087
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