
Im zeitgenössischen Stadttheater wird Raum zum Problem: Theatertexte von Elfriede Jelinek, Wolfram Lotz, Falk Richter oder Sasha Marianna Salzmann konfrontieren ihre Figuren mit unüberwindbaren Grenzen, versagenden geodätischen Messsystemen oder traumatischen familiären Erinnerungstopografien. Auch ihre Uraufführungsinszenierungen sind durch Raumkonfigurationen bestimmt, die sich auf Handlungsebene als bedrohlich und unvermessbar erweisen. Die vorliegende Monografie ist die erste ausführliche Studie zum gegenwärtigen Stadttheater, die diese Raumästhetik in einer innovativen Verbindung von Text- und Inszenierungsanalysen untersucht. Sie geht von der Beobachtung aus, dass die Figuren räumlichen Verlusterfahrungen begegnen, indem sie individuelle Raumentwürfe durchzusetzen versuchen. Statt als von allen Figuren geteilter homogener Handlungshintergrund erweist sich 'Raum' als Ensemble spatialer Aushandlungsprozesse, die durch Machthierarchien geprägt sind und miteinander in Konflikt stehen (können): Die Räume des Theaters werden erspielt, nicht erbaut. (1/2)
Page Count:
520
Publication Date:
2025-01-01
ISBN-10:
3826087755
ISBN-13:
9783826087752
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