
Als Georg Herold 1992 auf der Documenta IX seine aus grauem Bimsstein und Dachlatten gebaute X. Baracke präsentierte, stand sie "so quer im Kontext dieser berauschenden Weltausstellung der neuen Kunst, dass sie sich in der Erinnerung festsetzte", wie Gijs van Tuyl 1995 im Vorwort zur Ausstellung von Georg Herold im Kunstmuseum Wolfsburg schrieb. Als unbekannte Größe X der unendlichen Möglichkeiten stellte dieses aus "armen" Materialien geschaffene, bewusst unfertig gebliebene Gebäude ohne Dach die Prozessualität in den Mittelpunkt und die kalkulierte Behelfsmäßigkeit gegen den Mythos des Perfekten und Fertigen. Im Frühjahr 2005, mehr als ein Jahrzehnt später, wird diese zentrale Arbeit Herolds in der Galerie Max Hetzler in Berlin zu sehen sein. Zu dieser Ausstellung erscheint ein Katalogbuch mit einer umfangreichen Fotodokumentation der X. Baracke mit Installations- und vielen Detailaufnahmen. Daneben sind in der Publikation einige Ziegelbilder und mehrere kleinere Arbeiten aus den späten achtziger Jahren zu sehen, welche die Vielfalt der von Herold verwendeten Materialien zeigen. Der 1947 in Jena geborene und schon seit vielen Jahren in Köln lebende Künstler Georg Herold zählt zu den wichtigsten deutschen Künstlern und war neben der Documenta in vielen internationalen Ausstellungen vertreten.
Page Count:
72
Publication Date:
2005-01-01
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