
Ausstellung und Katalog geben erstmals einen umfassenden Überblick zum vielseitigen skulpturalen Schaffen in der Schweiz seit 1945. Mit 230 Werken von 150 Kunstschaffenden aus allen Landesteilen wird ein spannungsreicher Bogen geschlagen. Den Auftakt bilden die avancierten Positionen der unmittelbaren Nachkriegszeit, etwa von Jean Arp, Max Bill, Alberto Giacometti oder Germaine Richier, präsentiert werden aber auch 'Traditionalisten' wie Karl Geiser oder Remo Rossi, die damals noch für die Schweizer Kunstszene bestimmend waren. Von der Nachkriegszeit aus wird sodann die Ausdifferenzierung der vielfältigen Tendenzen der Kunst der 1960er-Jahre nachvollzogen. Parallel zur ausgeprägten Entwicklung der Eisenplastik sind zu dieser Zeit die neuen Avantgarden hochgekommen, so etwa der 'Nouveau Réalisme', der maßgeblich von Jean Tinguely, Niki de Saint Phalle und Daniel Spoerri geprägt wird. Die Pluralität der Stile nimmt in den 1970er-Jahren immer weiter zu: Konstruktion, Abstraktion, konzeptuelle Entmaterialisierung, Expressivität oder Innerlichkeit? alles ist jetzt möglich, bis, mit einem ersten Höhepunkt in den 1980er Jahren, das Alltägliche in die Kunst einbricht und etwa Fischli / Weiss oder in der Folge Sylvie Fleury die internationale Kunstszene mit ihren Werken erobern. In der jüngsten Generation lassen sich zwei unterschiedliche Haltungen beobachten: die (postmoderne) Schaffenslust aus der befreienden Erkenntnis heraus, dass es alle Formen der Skulptur ja schon einmal gegeben hat, sowie ein neues Interesse am Material und an dessen handwerklicher Bearbeitung.00Exhibition: Aargauer Kunsthaus, Aarau, Switzerland (12.06. - 26.09.2021).
Page Count:
359
Publication Date:
2021-01-01
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