
War die Volksgeschichte vor 1945 ein deutsches Phänomen oder finden sich solche Denkschulen auch in anderen europäischen Ländern? Ein europäisch vergleichender Blick als Beitrag zur intensiv geführten Debatte über die historiografischen Wurzeln der Sozialgeschichte. Die aktuelle Diskussion über Volksgeschichte als populäre Variante der Geschichtsschreibung nach 1918 hat sich bisher fast ausschließlich auf Deutschland konzentriert. Da man Volksgeschichte als Wegbereiterin nationalsozialistischer Denkfiguren ansah, blieb der Blick ganz auf die deutsche Binnensicht beschränkt. Aber inwiefern war Volksgeschichte tatsächlich ein spezifisch deutsches Phänomen der Zwischenkriegszeit? Gab es in europäischen Nachbarländern analoge Erscheinungen? Dieser Band untersucht elf nationale Historiografien in Europa auf volksgeschichtliche Denkfiguren und Schulen. Deutlich wird, dass Volksgeschichte auch in anderen europäischen Ländern verbreitet war. Erkennbar wird aber auch die besondere Konstellation der deutschen Entwicklung, die bis in die Anfänge einer sozialgeschichtlichen Schule in der frühen Bundesrepublik reicht. Behandelte Länder und Regionen: Deutschland / Tschechoslowakei / Italien / Schweden / Polen / Frankreich / England / Serbien / Estland / Lettland / Litauen Mit Beiträgen von: Reinhard Blänkner (Frankfurt/Oder), Jörg Fisch (Zürich), Christian Jansen (Bochum), Willi Oberkrome (Freiburg), Jan M. Piskorski (Posen), Lutz Raphael (Trier), Martin Schulze-Wessel (München), Willibald Steinmetz (Bochum), Bo Strath (Florenz), Holm Sundhaussen (Berlin), Veronika Wendland (Leipzig), Moshe Zimmermann (Jerusalem). Der Herausgeber Dr. Manfred Hettling ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Halle-Wittenberg.
Page Count:
372
Publication Date:
2003-01-01
ISBN-10:
3525362730
ISBN-13:
9783525362730
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